Winter-Spezial
Auto im Winter waschen: So entfernen Sie Streusalz richtig
Streusalz greift Lack, Felgen und Unterboden an. So waschen Sie Ihr Auto im Winter richtig: zum passenden Zeitpunkt, mit der richtigen Methode und ohne neue Kratzer.
Das Wichtigste in Kürze
- Waschen Sie Ihr Auto im Winter regelmäßig, vor allem nach Fahrten auf gestreuten Straßen, idealerweise an einem Tag über dem Gefrierpunkt.
- Spülen Sie Salz zuerst mit viel Wasser ab, bevor Sie den Lack berühren. Sonst reiben Sie Salzkristalle und Sand in den Lack.
- Radkästen, Schweller und Unterboden sammeln am meisten Salz und brauchen besondere Aufmerksamkeit.
- Trocknen Sie Türdichtungen und Schlösser nach der Wäsche, damit nichts festfriert.
- Eine Versiegelung vor dem Winter sorgt dafür, dass Salz und Schmutz schlechter haften und sich leichter abwaschen lassen.
Waschen Sie Ihr Auto im Winter regelmäßig, am besten an einem Tag mit Plusgraden, und spülen Sie das Salz zuerst mit viel Wasser ab, bevor Sie den Lack berühren. Besonders gründlich sollten Sie Radkästen, Schweller, Felgen und Unterboden reinigen, denn dort sammelt sich das meiste Salz. Danach trocknen Sie Dichtungen und Schlösser, damit nichts festfriert.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Streusalz so schädlich ist, wie oft eine Wäsche sinnvoll ist und wie Sie dabei neue Kratzer vermeiden.
Warum ist Streusalz so schädlich für Ihr Auto?
Streusalz löst sich im Schneematsch zu einer Salzlauge. Diese Lauge kriecht in Falze, Ritzen und Hohlräume und bleibt dort lange feucht. Zusammen mit Sauerstoff fördert sie Korrosion. Besonders gefährdet sind Stellen, an denen der Lack schon beschädigt ist, etwa kleine Steinschläge an Motorhaube und Schwellern.
Auch auf intaktem Lack hinterlässt Salz Spuren. Getrocknete Salzkrusten wirken wie feines Schleifpapier, sobald Sie mit einem Tuch oder einer Bürste darüberfahren. Auf Felgen verbindet sich Salz mit Bremsstaub zu einer hartnäckigen Schicht, die sich mit jeder Woche schwerer lösen lässt.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Wäsche?
Der beste Zeitpunkt ist ein trockener Tag mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt, idealerweise kurz nachdem Sie viel auf gestreuten Straßen unterwegs waren. Dann ist das Salz noch nicht lange auf dem Auto, und das Wasser kann nach der Wäsche gut abtrocknen.
Bei Frost sollten Sie auf eine Wäsche verzichten. Wasser in Türdichtungen, Schlössern und an den Wischerblättern kann gefrieren. Im schlimmsten Fall lassen sich Türen nicht mehr öffnen oder Dichtungen reißen.
Wie oft sollten Sie im Winter waschen?
Eine feste Regel gibt es nicht, aber diese Orientierung hilft:
- Viel Streusalz auf den Straßen: etwa alle ein bis zwei Wochen.
- Wenig gestreut, eher trocken: etwa alle drei bis vier Wochen.
- Nach langen Autobahnfahrten im Schneeregen: zeitnah abspülen, auch wenn keine komplette Wäsche ansteht.
Wichtiger als die genaue Häufigkeit ist, dass das Salz nicht über Wochen auf dem Fahrzeug bleibt.
So waschen Sie Ihr Auto im Winter richtig
1. Erst einweichen und abspülen
Spülen Sie das Auto zuerst großzügig mit Wasser ab, von oben nach unten. So lösen Sie grobe Salzkrusten, Sand und Matsch, ohne dass Sie den Lack berühren. Ein Vorreiniger, der einige Minuten einwirkt, macht diesen Schritt noch wirksamer.
2. Radkästen, Schweller und Unterboden nicht vergessen
Hier sammelt sich das meiste Salz. Spülen Sie Radkästen und Schweller gründlich aus. Eine Unterbodenwäsche entfernt Salz an Stellen, die Sie selbst kaum erreichen.
3. Handwäsche mit zwei Eimern
Waschen Sie den Lack mit einem pH-neutralen Shampoo und einem weichen Waschhandschuh. Mit der Zwei-Eimer-Methode landet gelöster Schmutz nicht wieder auf dem Lack: Ein Eimer enthält das Shampoo, im zweiten spülen Sie den Handschuh aus. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Waschstraße oder Handwäsche.
4. Felgen separat reinigen
Nutzen Sie für die Felgen einen eigenen Schwamm oder eine eigene Bürste. Salz und Bremsstaub gehören nicht in den Eimer für den Lack.
5. Gründlich trocknen
Trocknen Sie das Auto mit einem sauberen, großen Mikrofasertuch. Achten Sie besonders auf Türfalze, Türdichtungen, Tankdeckel und Spiegel. Wasser, das dort stehen bleibt, kann nachts gefrieren oder später als Wasserfleck sichtbar werden.
Was ist mit dem Innenraum?
Auch innen hinterlässt der Winter Spuren. Schnee an den Schuhen bringt Salz auf die Fußmatten, wo es weiße Ränder bildet. Gummimatten mit hohem Rand fangen das Schmelzwasser auf. Textilmatten sollten Sie regelmäßig trocknen lassen, damit sich keine Feuchtigkeit im Teppich staut. Tipps gegen Nässe und beschlagene Scheiben finden Sie im Ratgeber Feuchtigkeit im Auto im Winter.
Vorbeugen ist leichter als Reinigen
Am meisten erreichen Sie, wenn Sie das Auto schon im Herbst vorbereiten. Eine Lackversiegelung oder eine Keramikversiegelung sorgt dafür, dass Salz und Schmutz schlechter am Lack haften. Das Auto lässt sich dann mit weniger Reiben reinigen, und der Lack ist besser geschützt. Wie Sie Ihr Auto vor dem Winter vorbereiten, lesen Sie im Ratgeber Auto winterfest machen.
Gut zu wissen: Bei einer Komplettpflege lassen wir Ihr Auto rund 24 Stunden bei uns stehen. So trocknet es über Nacht vollständig in der Halle ab, und es entstehen keine Wasserflecken. Gerade im Winter ist das ein Vorteil.
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